Gestern, gegen Mittag. Ich war noch in Gedanken bei der Arbeit - und da kam wieder der tägliche Gedanke:
"Ach, schon wieder kochen... Was soll ich machen?Warum immer ich? Warum bleibt das eigentlich immer bei mir?"
Kennen das auch andere Mütter –
dieser leise Protest gegen etwas Alltägliches?
Ich merke, wie mein Kopf anfängt zu rattern und ich mir selbst Vorwürfe mache:
"Ich bin so verplant. Ich sollte die Woche besser organisieren. Vorkochen, einfrieren, vorplanen... wie machen das andere so leicht...
Und gleichzeitig weiß ich:
Das ist so gar nicht mein Ding."
Ich stehe vor dem Kühlschrank und denke kurz daran, dass niemand sieht, wie viel Arbeit genau hier eigentlich passiert.
Immer wieder etwas zu finden,
das gesund ist,
das alle mögen,
das überhaupt da ist.
Nun finde ich etwas, das passen wird.
Kurze Erleichterung.
Oh nein – vergessen...
Schnell zum Computer.
Dann wieder zurück in die Küche.
Alles hektisch nebenbei - tausend Gedanken...
Alles schnell, schnell.
Und dann –
nicht plötzlich,
nicht heldenhaft –
merke ich ihn -
Widerstand. Da ist Widerstand gegen das Kochen, gegen das "immer ich"...
(Im Nachhinein denke ich manchmal:
Juhu, ich habe ihn bemerkt...
Aber in dem Moment ist da kein Juhu.
Nur Wahrnehmung.)
- Ich halte kurz inne -
Nicht, um etwas zu verändern.
Nicht, um etwas weghaben zu wollen.
Ich atme ein und aus - spüre meine Füße wie sie am Boden stehen - fühle das Gemüse in meinen Händen.
Ich mache mir bewusst:
Ich bin jetzt hier.
Meine Hände reiben Gemüse.
Meine Kinder kommen bald von der Schule nach Hause. Mein Vormittag ist vorbei. Ich bin gleich einfach Mama.
Und ich erinnere mich:
Ich DARF für meine Kinder kochen.
Ich bin gesund. Wir haben Lebensmittel.
Wir haben eine Küche. Wir haben einen Ort, an dem wir leben.
Nicht als Checkliste und schon gar nicht als Vergleich.
Sondern als stilles Erinnern und Bewusstsein mitten in der Bewegung.
Danke, dass ich ihn beobachtet habe.
Danke, dass der Widerstand da sein durfte.
Danke, dass ich nicht über ihn hinweggegangen bin.
Dieser Moment darf nun so sein.
Genau solche Momente des Innehalten und Beobachtens sind zentrale Erfahrungen in meinem Angebot –
Stille Bewegung mit Ausdrucksmalen.
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